Eine Kernsanierung hebt den Wert eines Leipziger Mehrfamilienhauses rechnerisch um rund 38 Prozent: 14,8 Prozent über die Miete nach dem Leipziger Mietspiegel 2025 bis 2027 und gut 20 Prozent über den Rohertragsfaktor des Gutachterausschusses. Sie lohnt nur, wenn sie weniger als diese 38 Prozent kostet. Stand September 2026.
Genau 14,8 Prozent, wenn alles erneuert wird. Der Leipziger Mietspiegel 2025 bis 2027 ist ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB und rechnet mit Faktoren statt mit Spannen. Für die vollständige Erneuerung von Badausstattung, Bodenbelägen, Innentüren, Wohnungseingangstür und Heizkörpern innerhalb der letzten fünf Jahre setzt er den Faktor 1,148 an.
Eine Kernsanierung ist die Erneuerung von Dach, Strängen, Fassade und Heizung samt Wohnungsausstattung, die die Restnutzungsdauer des Gebäudes neu setzt. Der Mietspiegel misst davon nur den Teil, der in der Wohnung ankommt. Und er misst ihn abnehmend.
| Erneuerung (Umfang und Alter) | Faktor | Wirkung auf die Miete |
|---|---|---|
| komplett, in den vergangenen 5 Jahren | 1,148 | + 14,8 % |
| überwiegend, in den vergangenen 5 Jahren | 1,107 | + 10,7 % |
| überwiegend, in den vergangenen 15 Jahren | 1,043 | + 4,3 % |
| überwiegend, in den vergangenen 25 Jahren | 1,021 | + 2,1 % |
| keine Erneuerung | 1,000 | 0 % |
Leipziger Mietspiegel 2025 bis 2027, Schritt 2b. Qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB, Erhebungsstichtag 1. Oktober 2024, 5.999 ausgewertete Datensätze, gültig bis 30. Juni 2027.
Das ist der Satz, den Eigentümer selten hören: Dieselbe Sanierung ist nach fünfzehn Jahren noch 4,3 Prozent wert und nach fünfundzwanzig Jahren 2,1 Prozent. Wer eine Modernisierung von 2010 in die Preisvorstellung einrechnet, rechnet mit einem Faktor, den der Mietspiegel längst abgeschrieben hat.
Zwei weitere Werte gehören daneben, weil sie die Sanierungsfrage entscheiden, bevor sie gestellt wird. Fehlt die Zentralheizung, setzt der Mietspiegel 0,894 an, ein Abschlag von 10,6 Prozent durch ein einziges Merkmal. Und die Lage spannt von 0,976 in einfacher bis 1,147 in Kerngebietslage, das sind 17,5 Prozent, die sich nicht bauen lassen.
Um gut zwanzig Prozent. Der Faktor hängt an der Restnutzungsdauer, und die setzt eine Kernsanierung neu. Der Gutachterausschuss Leipzig weist für Mehrfamilienhäuser in offener Bauweise mit einer Restnutzungsdauer von 13 bis 20 Jahren einen Medianfaktor von 19,3 aus, für 36 bis 55 Jahre einen von 23,2. Das sind 20,2 Prozent Unterschied.
| Restnutzungsdauer (Jahre) | Kauffälle (Anzahl) | Faktor Median | Liegenschaftszins Median |
|---|---|---|---|
| 13 – 20 | 16 | 19,3 | 1,19 % |
| 21 – 35 | 92 | 21,0 | 1,39 % |
| 36 – 55 | 14 | 23,2 | 2,78 % |
| alle | 130 | 21,2 | 1,56 % |
Gutachterausschuss Leipzig, Grundstücksmarktbericht 2026, Datenstand 2025. Landesweite Einordnung beim Oberen Gutachterausschuss Sachsen. Der vollständige Rechenweg steht unter Kaufpreisfaktor Mehrfamilienhaus Sachsen.
Beide Hebel wirken übereinander, nicht nebeneinander. Die Sanierung hebt die Miete und multipliziert die gehobene Miete anschließend mit einem höheren Faktor. 1,148 mal 1,202 ergibt 1,380. Das ist die rechnerische Obergrenze: rund 38 Prozent mehr Wert, wenn alles gelingt und keine Wohnung leer bleibt.
Daraus folgt eine Prüfregel, die sich in drei Zeilen rechnen lässt. Kostet die Sanierung mehr als 38 Prozent des heutigen Werts, verkaufen Sie Kapital, das Sie vorher eingezahlt haben. Die 38 Prozent aus Mietspiegel und Grundstücksmarktbericht sind dabei die Obergrenze für den Fall, dass das Haus vorher am unteren Ende der Restnutzungsdauer steht und danach am oberen. Steht es heute schon in der Klasse 21 bis 35 Jahre, die der Gutachterausschuss Leipzig mit dem Faktor 21,0 ausweist, bleiben statt 20,2 nur 10,5 Prozent Faktorwirkung, und die Obergrenze fällt auf rund 27 Prozent.
Diese Rechnung sagt nichts über Zinsen, Bauzeit und Mietausfall während der Maßnahme. Sie ist die Obergrenze, nicht die Erwartung. Wer die Entscheidung zwischen Halten und Verkaufen grundsätzlich abwägt, findet die andere Seite unter Mehrfamilienhaus verkaufen oder behalten.
Ja, aber der Käuferkreis ist schmal und rechnet anders. Von den 229 Leipziger Kauffällen des Jahres 2025 entfielen nach dem Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses Leipzig 164 auf sanierte Altbauten, 10 auf teilsanierte und 9 auf unsanierte. Unsaniert und teilsaniert zusammen sind 19 Fälle, rund acht Prozent des Marktes.
Acht Prozent sind wenig, aber sie sind nicht null. Diese neunzehn Häuser haben Käufer gefunden, und zwar solche, die mit Bauleistung kalkulieren statt mit Bestandsmiete. Für diesen Kreis ist ein unsaniertes Haus kein Mangel, sondern die Geschäftsgrundlage. Er ist klein genug, dass ein öffentliches Inserat ihn nicht besser erreicht als eine gezielte Ansprache, und genau das ist der Grund, warum Objekte in diesem Zustand fast immer off market laufen. Wer diese Käufer sind, steht unter Wer kauft Mehrfamilienhäuser in Leipzig; die Preisniveaus je Stadtbezirk stehen unter Mehrfamilienhaus verkaufen in Leipzig.
Dies ist ein Modellfall und kein Verkauf aus unseren Büchern. Objekt und Beteiligte sind konstruiert. Die Marktzahlen, die Prüfpunkte und der Ablauf entsprechen dem, was in Leipzig tatsächlich passiert, und die Quellen stehen am Ende dieser Seite.
Ein Gründerzeit-Vorderhaus, Größenklasse zwölf bis zwanzig Wohneinheiten, teilsaniert in den frühen 2000er Jahren, Bestandsmieten deutlich unter Mietspiegel. Der Eigentümer nennt als Preisvorstellung 1,41 Millionen Euro. Diese Zahl ist nicht gegriffen: Sie ist der Durchschnitt der 164 sanierten Leipziger Altbauten des Jahres 2025, 231,6 Millionen Euro Umsatz auf 164 Fälle.
Genau darin liegt der Fehler. Der Durchschnitt stammt aus Kauffällen sanierter Häuser. Ein teilsaniertes Haus wird nicht daran gemessen. Vier weitere Punkte kommen in der Prüfung dazu:
Der Modellfall endet hier bewusst ohne Ergebnis. Was er zeigt, ist die Rechnung, nicht ein Ausgang.
Wenn drei Dinge zusammenkommen: das Haus steht in einfacher Lage, die Maßnahme läuft im bewohnten Bestand, und die Finanzierung ist nicht bis zum Ende durchgerechnet. Dann frisst die Bauzeit die Mieterhöhung auf, und der Faktorgewinn kommt erst bei einem Verkauf an, der dann Jahre später stattfindet.
Es gibt den umgekehrten Fall. Fehlt die Zentralheizung, ist die Maßnahme fast immer richtig, weil ein einzelnes Merkmal 10,6 Prozent kostet und die Kosten dafür überschaubar bleiben. Zwischen diesen beiden Polen entscheidet keine Faustformel, sondern die Rechnung von oben gegen ein belastbares Angebot.
Nur wenn sie weniger als rund 38 Prozent des heutigen Werts kostet. Das ist die rechnerische Obergrenze aus 14,8 Prozent Mietwirkung nach dem Leipziger Mietspiegel und gut 20 Prozent Faktorwirkung nach dem Gutachterausschuss. Bei Leipziger Baupreisen wird diese Grenze bei einer Vollsanierung im bewohnten Bestand regelmäßig gerissen.
Kaum. Der Leipziger Mietspiegel bewertet eine überwiegende Erneuerung in den vergangenen fünf Jahren mit dem Faktor 1,107, dieselbe Erneuerung nach fünfzehn Jahren nur noch mit 1,043 und nach fünfundzwanzig Jahren mit 1,021. Aus knapp elf Prozent werden vier, dann zwei.
Ja, aber der Käuferkreis ist schmal. Von 229 Kauffällen des Jahres 2025 entfielen 9 auf unsanierte und 10 auf teilsanierte Altbauten, zusammen also 19. Das sind rund acht Prozent des Marktes. Diese Käufer rechnen mit Bauleistung statt mit Miete.
Die Zentralheizung. Fehlt sie, setzt der Leipziger Mietspiegel den Faktor 0,894 an, das sind 10,6 Prozent Abschlag durch ein einziges Merkmal. Zum Vergleich: Die vollständige Erneuerung von Bad, Böden, Innentüren, Wohnungseingangstür und Heizkörpern bringt zusammen 14,8 Prozent.
Nein. Der Leipziger Mietspiegel spannt die Lage von 0,976 in einfacher bis 1,147 in Kerngebietslage, das sind 17,5 Prozent. Diese Spanne liegt über dem, was eine vollständige Erneuerung der Wohnungsausstattung einbringt, und sie ist baulich nicht erreichbar.
Nichts. Sie ist der Einstieg in ein Erstgespräch und verpflichtet zu nichts. Sie sagt Ihnen, was Ihr Haus im heutigen Zustand am Markt trägt, und erst gegen diese Zahl lässt sich beurteilen, ob eine Sanierung sich rechnet.
Die anonyme Marktindikation sagt Ihnen, was Ihr Haus im heutigen Zustand trägt. Erst gegen diese Zahl lässt sich beurteilen, ob eine Sanierung sich rechnet.