Begriff · Verfahren · Stand September 2026

Off-Market-
Immobilien.
Ohne Inserat, ohne Publikum.

Off-Market-Immobilien sind Immobilien, die verkauft werden, ohne je öffentlich angeboten zu werden: kein Portal-Inserat, kein Exposé-Versand, kein Schild. Institutionelle Investoren wickeln nach der Off-Market-Studie von HPBA und bulwiengesa 25 bis 50 Prozent ihrer Ankäufe so ab. Wie hoch der Anteil regional ist, erfasst in Deutschland keine amtliche Statistik.

Aktualisiert am 5. September 2026 · Rico Peuker, Immobilienwirt Dipl. VWA

Vertraulich · Sachsen und Mitteldeutschland · Antwort innerhalb von 24 Stunden

Sie wollen verkaufen, ohne dass es jemand erfährt?

Ein Satz zum Objekt reicht: Ort, Einheiten, ungefähre Jahresmiete, Baujahr. Sie bekommen eine Einordnung nach Faktorklasse und Käufergruppe, ohne dass Ihr Objekt irgendwo erscheint.

Vorher selbst rechnen
Wert nach amtlicher FaktorklasseWertindikator
Was nach Darlehen und Steuer bleibtVerkaufserlös
Welche Unterlagen der Käufer willCheckliste
Für welchen Investor das Objekt passtInvestor-Check
Alle sächsischen MarktzahlenMarktdaten 2025
Sie kaufen statt zu verkaufen?

Investoren hinterlegen ihr Ankaufsprofil und werden angerufen, wenn ein Objekt passt. Es gibt keine Objektliste zum Durchsehen. Zum Ankaufsprofil

Direkt

Rico Peuker, Dresden
E-Mail rico.peuker@saxon-capital.de
Telefon +49 351 500 509 36

Eckdaten für die Einordnung

Es wird nur gesendet, was Sie hier eintragen. Keine Rechnerwerte.

Was sind Off-Market-Immobilien genau?

Off market ist der Verkauf ohne öffentliches Angebot. Kein Portal-Inserat, kein Exposé-Versand, kein Schild am Haus, keine Marktansprache. Das Objekt wird stattdessen einem geschlossenen Kreis vorqualifizierter Käufer vorgestellt, die vorher eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben haben. Der Begriff beschreibt den Weg, nicht den Preis und nicht die Qualität.

Drei Dinge werden regelmäßig damit verwechselt. Ein „diskret beworbenes“ Objekt ist nicht off market: Wenn ein Makler ein Haus ohne Adresse, aber an dreißig Verteiler schickt, ist es im Markt. Der Unterschied zwischen dreißig Empfängern und einem Inserat ist graduell, nicht grundsätzlich. Ein unverkäufliches Objekt ist ebenfalls nicht off market, denn ein Haus, das nirgends steht, weil es niemand haben will, hat kein Vertraulichkeitsproblem, sondern ein Preisproblem. Off market ist eine Entscheidung des Verkäufers, keine Folge fehlender Nachfrage. Und ein Objekt auf einer Off-Market-Plattform ist es erst recht nicht; dazu weiter unten ein eigener Abschnitt.

Diese Seite erklärt den Begriff und das Verfahren. Wie groß der sächsische Markt konkret ist und zu welchen Faktoren dort abgeschlossen wird, steht auf Off-Market-Immobilien in Sachsen. Wer als Eigentümer den Ablauf sucht, findet ihn unter Mehrfamilienhaus diskret verkaufen.

Wie groß ist der Off-Market-Markt wirklich?

Für institutionelle Ankäufe gibt es eine belastbare Zahl. Die Off-Market-Studie von HPBA und bulwiengesa befragte 100 Investoren mit zusammen rund 490 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen im deutschsprachigen Raum. Die Mehrheit wickelt zwischen 25 und 50 Prozent ihrer Ankäufe off market ab. Wohnimmobilien machen 45,9 Prozent dieser Ankäufe aus, das größte Segment. Bemerkenswert ist die Erfolgsquote: 61 Prozent der off market begonnenen Prozesse führten zum Abschluss, gegenüber 29 Prozent in öffentlichen Bieterverfahren.

25–50 %
Off-Market-Anteil am Ankauf institutioneller Investoren
45,9 %
Anteil Wohnen an den Off-Market-Ankäufen
61 %
Abschlussquote off market
29 %
Abschlussquote im öffentlichen Verfahren

Für den regionalen Markt gibt es diese Zahl nicht, und das ist der wichtigere Befund: Eine Off-Market-Quote für Sachsen existiert nicht. Wir haben dafür die Grundstücksmarktberichte der Gutachterausschüsse Dresden und Leipzig, das Schlaglicht des Oberen Gutachterausschusses und den sachsenweiten Bericht im Volltext geprüft, zusammen 335 Seiten. Keiner erfasst, auf welchem Weg ein Objekt zum Käufer kam. Es gibt auch keine veröffentlichte Zahl darüber, wie viele Mehrfamilienhäuser pro Jahr überhaupt inseriert werden, keine Angebotsdauer und keine Messung des Abstands zwischen Angebotspreis und beurkundetem Kaufpreis. Wer Ihnen eine solche Quote nennt, hat sie geschätzt.

Was es gibt, ist eine amtliche Untergrenze, und die steht in genau einer Tabelle. Der Gutachterausschuss Leipzig weist für 2025 aus, dass 21 von 229 Kauffällen mit Mehrfamilienhäusern unter ungewöhnlichen oder persönlichen Verhältnissen zustande kamen: 9,2 Prozent der Fälle, aber 68,9 Millionen Euro und damit 16,8 Prozent des gesamten Geldumsatzes. Der Ausschuss nimmt diese Fälle aus seinen Preisauswertungen heraus, weil sie den Durchschnitt verzerren. Dahinter stehen Erbauseinandersetzungen, Trennungen, Verwertungen durch Bank oder Insolvenzverwalter, Verkäufe zwischen Angehörigen. Das ist exakt die Gruppe, für die Öffentlichkeit teuer wird, und sie wiegt beim Umsatz fast doppelt so schwer wie bei der Stückzahl.

Warum es für dieselbe Stadt zwei amtliche Zahlen gibt?

Wer Marktzahlen prüft, stößt auf einen Widerspruch, den kaum jemand erklärt. Für Dresden werden für 2025 sowohl 160 als auch 150 Mehrfamilienhaus-Transaktionen ausgewiesen, für Leipzig sowohl 229 als auch 250. Beide Zahlen sind richtig. Der städtische Gutachterausschuss zählt Kauffälle nach eigener Segmentabgrenzung, der Obere Gutachterausschuss zählt Erwerbsvorgänge für die Landesauswertung und grenzt anders ab.

StadtKauffälle Stadtbericht (Anzahl)Erwerbsvorgänge Landesauswertung (Anzahl)Geldumsatz Stadtbericht (Mio. €)
Dresden160150256,86
Leipzig229250410,10
Chemnitznicht frei veröffentlicht131nicht frei veröffentlicht
Kreisfreie Städte zusammen531

Die praktische Regel daraus: Die beiden Zählweisen dürfen nie addiert werden. Wer 160 aus Dresden, 229 aus Leipzig und 131 aus Chemnitz zusammenzählt, mischt zwei Systeme und kommt auf eine Zahl, die es nicht gibt. Die sauberen 531 ergeben sich allein aus der Landesauswertung: 250 Leipzig, 150 Dresden, 131 Chemnitz. Sachsenweit sind es 1.746 Erwerbsvorgänge mit Mehrfamilienhäusern, allerdings für das Berichtsjahr 2024; für 2025 ist die Zahl noch nicht veröffentlicht.

Was bringen Off-Market-Plattformen und Investorenlisten?

Strukturell wenig, und das lässt sich in einem Satz begründen: Ein Objekt, das auf einer Plattform gelistet ist, ist kein Off-Market-Objekt mehr. Die Plattform ist genau das öffentliche Angebot, dessen Vermeidung der Sinn der Sache war. Sie hat nur ein kleineres Publikum und eine Anmeldemaske davor. Wer sich dort registriert, sieht dasselbe wie alle anderen Registrierten, und wie viele das sind, erfährt er nicht.

Das gilt für alle drei Spielarten gleichermaßen: für Plattformen mit Objektlisten hinter einem Login, für Investorenverteiler, die wöchentlich Listen versenden, und für Deal-Newsletter. Der Mechanismus ist immer derselbe. Ein Objekt wird an einen Verteiler gegeben, dessen Zusammensetzung der Eigentümer weder kennt noch steuert. Ob dieser Verteiler zweihundert oder zweitausend Adressen hat, kann er nicht prüfen. Nach der zweiten Weiterleitung ist der Unterschied zum Portal ohnehin aufgehoben, nur dass nun niemand mehr weiß, wo das Exposé inzwischen liegt.

Für den Verkäufer entsteht dabei ein Schaden, der sich später nicht korrigieren lässt. Ein Objekt, das im Markt herumgereicht wurde und nicht verkauft ist, gilt als verbrannt. Käufer, die es zum dritten Mal sehen, warten auf den Preisabschlag, statt zu bieten. Genau deshalb streuen professionelle Bestandshalter ihre Objekte nicht.

Der belastbare Gegenentwurf ist kein anderer Verteiler, sondern ein Käuferkreis, dessen Mitglieder namentlich bekannt sind und deren Ankaufsprofil vorliegt: Objektart, Größenklasse, Region, Faktorgrenze, Finanzierungsnachweis. Dann geht ein Objekt nicht an eine Liste, sondern an drei bis fünf Adressen, bei denen vorher feststeht, dass es passt. Wie dieser Kreis aufgebaut ist, steht unter Immobilieninvestoren in Sachsen und im Ankaufsprofil.

Wie findet man Off-Market-Immobilien als Käufer?

Nicht durch Suchen. Off-Market-Objekte werden nicht gefunden, sie werden zugeteilt. Der Zugang läuft über fünf Wege, und keiner davon ist eine Suchmaske: über Makler mit echtem Käuferkreis, über Hausverwaltungen, über Insolvenzverwalter und Banken, über die Zwangsversteigerungstermine der Amtsgerichte und über die Direktansprache von Eigentümern. Wer als Investor Objekte zugespielt bekommen will, hinterlegt ein Ankaufsprofil mit Region, Größenklasse und Finanzierungsnachweis und wird angerufen, wenn eines passt.

WegWie er funktioniertWo er an seine Grenze kommt
Makler mit echtem KäuferkreisDer Makler hält Ankaufsprofile mit Finanzierungsnachweis vor und spricht bei einem Mandat gezielt drei bis fünf davon an.Nur so gut wie die Zahl der Mandate. Wer keine Verkäufer gewinnt, hat auch nichts zu verteilen.
HausverwaltungenVerwalter erfahren früh von Verkaufsabsichten, oft Monate vor jedem Makler.Verwalter dürfen ohne Auftrag nicht vermitteln und haben selten Interesse am Eigentümerwechsel.
Insolvenzverwalter und BankenVerwertungen laufen häufig ohne Inserat, weil Geschwindigkeit vor Höchstpreis geht.Setzt Beziehungen und Abwicklungstempo voraus. Wer drei Wochen für die Finanzierung braucht, wird nicht angerufen.
ZwangsversteigerungÖffentlich, aber wenig beachtet: Termine stehen in den amtlichen Bekanntmachungen der Amtsgerichte.Kein Off-Market im engeren Sinn, sondern ein öffentliches Verfahren mit wenig Publikum. Kein Recht auf Innenbesichtigung, Verkehrswert ist kein Marktpreis.
Direktansprache von EigentümernWer Bestandshalter systematisch anschreibt, erreicht Verkaufsabsichten vor dem Markt.Aufwendig und langsam, und die meisten Angeschriebenen wollen nicht verkaufen.

Welche Termine gerade in Sachsen anstehen und welche Objektarten dort aufgerufen werden, führen wir laufend unter Zwangsversteigerungen von Mehrfamilienhäusern in Sachsen. Die Seite nennt nur Aggregate, keine Einzelobjekte.

Wie verkauft man eine Immobilie off market?

In vier Schritten, und der erste ist der, den die meisten überspringen: erst den Preis kennen, dann über Sichtbarkeit entscheiden. Wer zuerst inseriert und danach den Wert klärt, hat die Reihenfolge vertauscht und kann sie nicht zurückdrehen. Auf die anonyme Marktindikation folgt der Abgleich mit den Ankaufsprofilen, danach der Datenraum nach unterschriebener Vertraulichkeitsvereinbarung und zuletzt die gebündelte Besichtigung. Vom ersten Gespräch bis zur Beurkundung vergehen typischerweise drei bis fünf Monate.

SchrittWas passiertDauer (typisch)
1 · Anonyme MarktindikationStadtteil, Einheiten, Jahresmiete und Baujahr genügen. Sie erhalten eine Einordnung nach amtlicher Faktorklasse, ohne dass das Objekt identifizierbar wäre.24 Stunden
2 · Abgleich mit AnkaufsprofilenAnonymisierte Eckdaten gehen an die passenden Investoren des Käuferkreises. Kein Inserat, kein Exposé-Versand, keine Objektliste.1 bis 2 Wochen
3 · Vertraulichkeitsvereinbarung und DatenraumErst nach Unterschrift erhalten Interessenten Adresse und Unterlagen. Wer nicht unterschreibt, sieht nichts.1 Woche
4 · Gebündelte Besichtigung und BeurkundungBesichtigungen werden zusammengelegt, damit im Haus nicht wochenlang Fremde ein- und ausgehen. Mieter erfahren vom Verkauf nach der Beurkundung.4 bis 8 Wochen

Rechtlich ist der Mieterwechsel unspektakulär: Der Käufer tritt nach § 566 BGB in alle bestehenden Mietverträge ein. Die Mieter müssen nichts unterschreiben, und beim Verkauf des gesamten Hauses steht ihnen kein Vorkaufsrecht zu. Das entsteht erst, wenn nach dem Verkauf in Eigentumswohnungen aufgeteilt wird.

Welche Unterlagen für Schritt 3 vorliegen müssen, steht in der Verkaufs-Checkliste mit 30 Positionen. Was nach Steuern und Kosten übrig bleibt, rechnet der Verkaufserlös-Rechner durch.

Was kostet ein Off-Market-Verkauf?

Beim Mehrfamilienhaus liegt die Provision üblicherweise zwischen drei und sechs Prozent des Kaufpreises, frei verhandelbar und nur im Erfolgsfall fällig. Wer sie trägt, also Käufer, Verkäufer oder beide geteilt, steht im Mandatsvertrag, bevor ein Objekt gezeigt wird. Das Bestellerprinzip nach § 656c BGB gilt für Mehrfamilienhäuser nicht; es greift nur bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, die zur Eigennutzung gekauft werden.

Hinzu kommen für den Käufer die Erwerbsnebenkosten. In Sachsen sind das 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer seit dem 1. Januar 2023 sowie je rund ein Prozent für Notar und Grundbuch, zusammen also rund 7,5 Prozent auf den Kaufpreis. Der Kaufnebenkosten-Rechner rechnet das für ein konkretes Objekt durch.

Was steht in den Immobilienportalen tatsächlich?

Deutlich weniger, als die Trefferzahl behauptet. Bei einer eigenen Auszählung am 5. September 2026 standen in Dresden, Leipzig und Chemnitz zusammen 813 Inserate der Kategorie Mehrfamilienhaus, dahinter aber nur 507 tatsächlich unterschiedliche Objekte. Bei sieben von zehn Anzeigen fehlt die Jahresmiete, ohne die sich kein Faktor rechnen lässt. Und in Dresden liegt der geforderte Preis systematisch über dem, was am Notartisch gezahlt wird.

„Was Sie nicht loswerden, stellen Sie ins Portal und warten, bis jemand anbeißt, der den Markt nicht kennt.“

Rico Peuker, Immobilienmakler seit 2007 — Einschätzung aus der Praxis, nicht belegbar

Dieser Satz steht in keinem Marktbericht, und er lässt sich nicht belegen. Belegen lässt sich, was am 5. September 2026 tatsächlich in den Portalen stand. Wir haben an diesem Tag alle Angebote der Kategorie Mehrfamilienhaus und Zinshaus in Dresden, Leipzig und Chemnitz auf fünf Portalen ausgezählt: ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, Immobilien.de und ohne-makler.net. Grundlage sind 813 Inserate und 810 zugehörige Exposéseiten. Die Erhebung ist am Stichtag reproduzierbar, die Filtereinstellungen stehen vollständig in den Such-URLs.

StadtInserate (Anzahl)tatsächlich unterschiedliche Objekte (Anzahl)Mehrfachlistungen (%)Objekte mit rechenbarem Faktor (Anzahl)
Dresden20310946,331
Leipzig29519832,973
Chemnitz31520036,560

Eigene Auszählung, Stand 5. September 2026, abends innerhalb einer Stunde erhoben. Fünf Portale, 813 Inserate, 810 ausgewertete Exposéseiten. Zwei Inserate gelten als dasselbe Objekt bei identischem Kaufpreis auf den Euro, Wohnfläche innerhalb von einem Prozent und übereinstimmender Postleitzahl, Zimmerzahl oder Titel. Methodik und Such-URLs im Register.

Erstens: Fast die Hälfte der Anzeigen ist dasselbe Haus. In Dresden standen 203 Inserate für 109 unterscheidbare Objekte. Das entsteht auf zwei Wegen. Dasselbe Objekt liegt bei mehreren Portalen, oft über verschiedene Makler, und es liegt mehrfach beim selben Portal: Ein Dresdner Objekt fand sich viermal bei ImmoScout24, ein weiteres dreimal mit umgestelltem Titel. Für einen Eigentümer heißt das, dass sein Objekt öfter sichtbar ist, als er denkt, und dass jeder Interessent es mehrfach sieht.

Zweitens: Bei sieben von zehn Inseraten lässt sich nicht rechnen. Nur 250 der 813 Inserate geben eine Jahresmiete oder einen Rohertrag her, aus dem sich ein Faktor ableiten ließe. Kleinanzeigen, Immobilien.de und ohne-makler.net haben für Wohn-Mehrfamilienhäuser überhaupt kein Mietfeld; dort steht eine Mietangabe, wenn überhaupt, im Fließtext. Bei ImmoScout24 laufen Mehrfamilienhäuser unter „Haus kaufen“, und ein Mietfeld erscheint nur bei einem Teil der Anzeigen. Ein Investor kann also bei der Mehrheit der Angebote nicht prüfen, ob sich das Objekt rechnet, bevor er anruft.

Drittens: In Dresden liegt der geforderte Faktor deutlich über dem gezahlten. Von den 31 Dresdner Objekten mit rechenbarem Faktor liegen 26 über dem Median, den der Gutachterausschuss für die 2025 beurkundeten Kauffälle ausweist. Der Angebotsmedian beträgt 24,1, der beurkundete Median 21,2. In Leipzig ist der Abstand kleiner und dreht sich sogar um: Angebotsmedian 22,7 gegen 23,1 beurkundet, nur 30 von 73 Angeboten liegen darüber.

StadtAngebotsfaktor Medianbeurkundeter Median 2025Spanne der AngeboteAngebote über dem beurkundeten Median
Dresden24,121,216,5 bis 37,226 von 31
Leipzig22,723,113,7 bis 41,830 von 73
Chemnitz16,6nicht veröffentlicht10,8 bis 40,7nicht vergleichbar

Angebotsfaktoren: eigene Auszählung, Stand 5. September 2026. Beurkundete Mediane: Gutachterausschuss Dresden, Grundstücksmarktbericht 2026, S. 81 (Rohertragsfaktor offene Bauweise); Gutachterausschuss Leipzig, Grundstücksmarktbericht 2026. Für Chemnitz veröffentlicht das Schlaglicht des Oberen Gutachterausschusses keinen Rohertragsfaktor, ein Vergleich ist deshalb nicht möglich.

Und die Zeit. ImmoScout24 gibt als einziges der fünf Portale ein echtes Anlagedatum aus. Danach steht ein Leipziger Inserat seit 1.185 Tagen online, ein Chemnitzer seit 1.045. Der Median liegt bei 92 Tagen in Chemnitz, 109 in Dresden und 138 in Leipzig; in Leipzig standen 14 der 74 Inserate länger als ein Jahr. Kleinanzeigen setzt sein Datum bei jeder Verlängerung zurück, dort gemessene 8 bis 10 Tage sagen deshalb nichts über die Zeit am Markt. Immowelt, Immobilien.de und ohne-makler.net geben gar kein Datum aus.

Was sich nicht erheben lässt, gehört genauso dazu: Keines der fünf Portale zeigt öffentlich eine Preishistorie oder kennzeichnet gesenkte Preise. In den 810 ausgewerteten Exposéseiten taucht der Begriff Preissenkung zweimal auf, beide Male im selbst geschriebenen Anzeigentext eines einzigen Inserats. Wie viele Angebote im Preis nachgegeben haben, ist aus den Portalen nicht ermittelbar. Wer eine solche Quote nennt, hat sie geschätzt.

Der Vergleich mit den amtlichen Zahlen ordnet das Ganze ein. In Dresden wurden 2025 insgesamt 160 Mehrfamilienhäuser beurkundet. Am Erhebungstag standen dort 109 unterschiedliche Objekte gleichzeitig im Angebot. Das Verhältnis sagt nichts über die Verkäuflichkeit des einzelnen Objekts, aber es zeigt die Größenordnung: Der öffentliche Markt ist an jedem Tag so groß wie ein Dreivierteljahr an tatsächlichen Abschlüssen.

Wann ist Off-Market die falsche Entscheidung?

Bei kleinen Objekten und bei Eigennutzern. Unter etwa sechs Einheiten oder unter einer Million Euro sind Privatanleger die Käufergruppe, und die erreicht man über Portale besser als über Ankaufsprofile. Dasselbe gilt, wenn ein Haus geteilt und wohnungsweise verkauft werden soll, oder wenn Diskretion keine Rolle spielt und allein der Höchstpreis zählt. Dann ist ein offenes Verfahren mit mehreren Bietern das ehrlichere Instrument.

Off market ist auch dann falsch, wenn niemand da ist, dem man das Objekt zeigen könnte. Ein Käuferkreis, der aus einem Newsletter besteht, ist keiner. Die Frage an jeden Makler, der einen Off-Market-Verkauf anbietet, lautet deshalb nicht „haben Sie Käufer“, sondern: Wie viele Ankaufsprofile mit Finanzierungsnachweis liegen Ihnen für meine Größenklasse und meine Region vor, und wann haben Sie zuletzt eines davon bedient?

Was Eigentümer und Investoren zu Off Market fragen?

Was sind Off-Market-Immobilien?

Off-Market-Immobilien sind Immobilien, die verkauft werden, ohne je öffentlich angeboten zu werden: ohne Portal-Inserat, ohne Exposé-Versand, ohne Schild und ohne Marktansprache. Sie werden einem geschlossenen Kreis vorqualifizierter Käufer nach Vertraulichkeitsvereinbarung vorgestellt. Der Begriff sagt nichts über Preis oder Qualität aus, sondern nur über den Vertriebsweg.

Wo finde ich Off-Market-Immobilien in Deutschland?

Nicht über Suchmaschinen oder Plattformen. Der Zugang läuft über Makler mit echtem Käuferkreis, über Hausverwaltungen, über Insolvenzverwalter und Banken, über die Zwangsversteigerungstermine der Amtsgerichte und über die Direktansprache von Eigentümern. Wer als Investor Objekte zugespielt bekommen will, hinterlegt ein Ankaufsprofil mit Objektart, Größenklasse, Region, Faktorgrenze und Finanzierungsnachweis.

Ist ein Off-Market-Verkauf seriös?

Ja, sofern der Verkäufer die Entscheidung trifft und der Käuferkreis tatsächlich existiert. Off market ist ein üblicher Vertriebsweg im institutionellen Wohnimmobilienmarkt; nach der Off-Market-Studie von HPBA und bulwiengesa wickeln institutionelle Investoren 25 bis 50 Prozent ihrer Ankäufe so ab. Unseriös wird es, wenn Diskretion als Vorwand dient, um Wettbewerb zu verhindern, den der Verkäufer eigentlich wollte, oder wenn ein Makler einen Käuferkreis behauptet, den er nicht hat.

Bekomme ich off market weniger als über ein Portal?

Bei Objekten ab etwa zwölf Einheiten nach unserer Erfahrung nicht. Institutionelle Käufer und Family Offices zahlen für Objekte, die ihrem Ankaufsprofil entsprechen, den Klassenpreis oder mehr, und sie meiden Portale. Bei kleinen Objekten unter sechs Einheiten kann das Portal den besseren Preis bringen, weil dort die Privatanleger suchen. Das gehört ins Erstgespräch und nicht in ein Verkaufsargument.

Was kostet ein Off-Market-Verkauf?

Beim Mehrfamilienhaus üblicherweise drei bis sechs Prozent des Kaufpreises, frei verhandelbar und nur im Erfolgsfall fällig. Wer die Provision trägt, steht im Mandatsvertrag, bevor ein Objekt gezeigt wird. Das Bestellerprinzip nach § 656c BGB gilt für Mehrfamilienhäuser nicht. Erstgespräch und anonyme Marktindikation kosten nichts.

Wie hoch ist der Off-Market-Anteil in Sachsen?

Diese Zahl existiert nicht. Weder die Gutachterausschüsse Dresden und Leipzig noch der Obere Gutachterausschuss Sachsen erfassen, auf welchem Weg ein Objekt zum Käufer kam, und es gibt keine veröffentlichte Zahl der inserierten Mehrfamilienhäuser als Vergleichsgröße. Belegt ist nur eine Untergrenze: In Leipzig liefen 2025 21 von 229 Kauffällen unter ungewöhnlichen oder persönlichen Verhältnissen, das sind 9,2 Prozent der Fälle und 16,8 Prozent des Geldumsatzes.

Was steht in den Immobilienportalen für Mehrfamilienhäuser?

Nach unserer eigenen Auszählung vom 5. September 2026 standen in Dresden, Leipzig und Chemnitz zusammen 813 Inserate auf fünf Portalen, dahinter aber nur 507 unterscheidbare Objekte; in Dresden waren 46,3 Prozent der Anzeigen Mehrfachlistungen. Nur 250 der 813 Inserate gaben eine Jahresmiete her, aus der sich ein Faktor rechnen lässt. In Dresden lag der geforderte Angebotsfaktor im Median bei 24,1 gegenüber 21,2 beurkundet. ImmoScout24 wies für ein Leipziger Objekt 1.185 Tage Standzeit aus.

Was bringen Off-Market-Plattformen?

Strukturell wenig, weil ein Objekt, das auf einer Plattform gelistet ist, per Definition kein Off-Market-Objekt mehr ist. Die Plattform ist das öffentliche Angebot, nur mit kleinerem Publikum und einer Anmeldemaske davor. Der Eigentümer kennt die Zusammensetzung des Verteilers nicht und kann sie nicht steuern. Der Gegenentwurf ist kein größerer Verteiler, sondern ein namentlich bekannter Käuferkreis mit hinterlegten Ankaufsprofilen.

Woher die Zahlen stammen.

Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus einer der folgenden Veröffentlichungen. Wo keine Quelle existiert, steht das ausdrücklich im Text statt einer Schätzung.

Wissen, was Ihr Objekt im Investorenkreis wert ist.

Eckdaten reichen: Stadtteil, Einheiten, Jahresmiete, Baujahr. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Einordnung nach Faktorklasse und Käufergruppe, ohne dass Ihr Objekt irgendwo erscheint.

Rico Peuker persönlich · +49 351 500 509 36 · rico.peuker@saxon-capital.de · Ihre Daten gehen nicht an Portale, Adresshändler oder andere Makler.
Rico Peuker, Inhaber Saxon Capital
Verfasst von

Inhaber Saxon Capital · Immobilienmakler seit 2007 · Immobilienwirt (Dipl. VWA) · Bauunternehmer 1999–2007. Über 400 Wohneinheiten in institutionellen Mandaten vermittelt. Beurteilt Bausubstanz aus eigener Bauerfahrung — und Ertrag, Faktor und Rendite aus fast zwanzig Jahren institutioneller Vermittlung.